Urlaubsbuggy Baby: Fillikid Fill Rover im ehrlichen Test

Wer einen teuren Kombi-Kinderwagen hat, kennt das Dilemma: Mit dem Cybex Priam an den Strand? Das Ding kostet einen stolzen Preis – und der Gedanke, ihn vollgematscht mit Sonnencreme, sandig und in der prallen Sonne stehen zu sehen, macht das Herz schwer. Ganz zu schweigen davon, dass er auch noch den halben Kofferraum frisst. Wir haben uns deshalb bewusst einen günstigen Zweit-Buggy für den Urlaub geholt – den Fillikid Fill Rover. Nach einer Saison am Strand können wir sagen: Eine sehr gute Entscheidung. Alles zum Thema Kinderwagen-Kauf generell findet ihr in unserem großen Kinderwagen-Ratgeber.

Unser Cybex Priam bleibt zu Hause, wenn wir an den Strand fahren – das wäre mir zu schade. Der Fill Rover kostet einen Bruchteil, sieht stylisch aus und passt problemlos in den Kofferraum. Unser Kind war ein Jahr alt beim ersten Einsatz. Was uns sofort überzeugt hat: das schöne Design, das leichte Gewicht und das UV-50+-Dach – ideal wenn das Baby darin döst. Wichtig zu wissen: Das Dach ist perfekt wenn das Kind liegt und schläft, aber wenn es sitzt und das Dach oben ist, sieht die Kleine kaum noch raus – das ist der einzige echte Wermutstropfen.

Aus unserem Familienalltag

Fillikid Fill Rover Buggy am Strand – unser Urlaubsbuggy im Test

Warum überhaupt ein Zweit-Buggy?

Die Frage stellt sich zu Recht – kostet doch ein zweiter Kinderwagen Geld und Platz. Für uns waren es drei konkrete Gründe:

  1. Der Hauptkinderwagen bleibt heil. Ein Premium-Kombi am Strand bedeutet: Sonnencreme im Gestell, Sand in allen Ritzen, UV-Strahlung auf den Stoffen. Wer 900 € oder mehr investiert hat, denkt da zweimal nach.
  2. Kofferraum-Problem gelöst. Der Cybex Priam ist ein raumgreifendes Gerät. Im Urlaub brauchen wir den Platz für Koffer, Strandzeug, Kindersitz. Ein leichter Buggy, der zusammengefaltet auf 75 × 53 × 31 cm schrumpft und nur 6,8 kg wiegt, ist ein ganz anderes Kaliber.
  3. Günstiger Ersatz im Urlaubs-Chaos. Am Strand, im Flugzeug, am Hafen – ein Buggy für unter 100 € geht anders damit um als ein Premium-Modell. Gelassenheit inklusive.

Fillikid Fill Rover – technische Daten auf einen Blick

Eigenschaft Wert
Gewicht 6,8 kg
Max. Belastung 22 kg
Maße aufgebaut 85 × 53 × 103 cm
Maße gefaltet 75 × 53 × 31 cm
UV-Faktor Verdeck UPF 50+
Reifen EVA (pannensicher), 15 / 20 cm
Altersempfehlung ab 6 Monate bis ca. 4 Jahre (22 kg)
Preis ca. 100 €

Was der Fill Rover wirklich kann – unser Praxistest

Das überzeugt

  • Design und Optik – der Fill Rover sieht gut aus. Klar, stylisch, ohne aufdringlich zu sein. Das war für uns neben dem Preis das erste Kaufargument – ein günstiger Urlaubsbuggy muss nicht wie ein Billigprodukt aussehen.
  • Preis-Leistung – für rund 100 € bekommst du einen Buggy mit UV-50+-Verdeck, 5-Punkt-Gurt, Federung und Trolleyfunktion. Das ist im Vergleich zu Premium-Modellen eine andere Welt, für den Urlaubs-Einsatz aber mehr als ausreichend.
  • UV-50+-Verdeck – zertifizierter Schutz, kein Marketing-Label. Wenn das Kind bei Mittagshitze darin döst, ist das der wichtigste Punkt überhaupt. In Kombination mit unserer UV-Strandmuschel haben wir den Sonnenschutz am Strand sehr gut im Griff.
  • Gewicht und Faltbarkeit – 6,8 kg sind für einen Vollbuggy leicht. Das Einhand-Faltsystem funktioniert tatsächlich schnell, der Buggy schrumpft auf ein handliches Format. In den Kofferraum passt er problemlos neben zwei Koffern.
  • Trolleyfunktion – wenn das Kind aussteigen und laufen will, lässt sich der zusammengefaltete Buggy wie ein Trolley hinter sich herziehen. Am Flughafen oder Bahnhof praktisch.
  • EVA-Reifen – pannensicher, wartungsfrei. Am Strand kein Plattfuß-Risiko.
  • Stauraum – der Korb unten ist ordentlich groß, reicht für Strandtasche, Handtücher und Wasserflaschen.

Wo er schwächelt – ehrlich

  • Verdeck-Problem wenn das Kind sitzt – das ist unser größter Kritikpunkt: Wenn das Baby aufrecht sitzt und das Verdeck vollständig ausgezogen ist, schaut es kaum noch raus. Das Verdeck ist perfekt dimensioniert für ein schlafendes oder liegendes Kind, für ein neugieriges, aufrecht sitzendes Kleinkind aber eher frustrierend. Wir klappen das Verdeck in dem Fall halb zurück.
  • Vorderreifen nicht blockierbar – die Vorderräder drehen frei und können nicht arretiert werden. Auf ebenem Untergrund kein Problem, auf unebenen Wegen oder am leicht abschüssigen Strand etwas wackelig in der Lenkung.
  • Rückenlehne nicht ganz aufrecht – die Lehne lässt sich verstellen, geht aber nicht in eine vollkommen senkrechte Position. Für unser einjähriges Kind, das bereits selbst aufrecht sitzen kann, war das kein Problem – für jüngere Babys sollte man das im Hinterkopf behalten.
  • Schieberhöhe fest bei 103 cm – für sehr große oder sehr kleine Eltern kann das auf Dauer unbequem sein.

Für wen lohnt sich der Fill Rover?

Passt gut für… Weniger geeignet für…
Strand- und Urlaubs-Einsatz Alltags-Hauptkinderwagen
Zweit-Buggy neben Premium-Kombi Sehr junges Baby unter 6 Monaten
Familien mit wenig Kofferraum Sehr große Eltern (Schieberhöhe fix)
Budgetbewusste Eltern Geländereiche Spazierwege
Kurze Ausflüge, Städtetrips Kinder die viel schauen wollen (Verdeck-Problem)

Urlaubsbuggy vs. Hauptkinderwagen – unser Setup

Wir fahren zweigleisig: Der Cybex Priam bleibt unser Alltags- und Terrain-Kinderwagen – für Bergwege, Waldpfade und Schnee ungeschlagen. Der Fill Rover ist unser Urlaubs- und Strand-Buggy – leicht, günstig, pflegeleicht. Die Kombination macht Sinn, solange man den Stauplatz für zwei Wagen hat. Wer nur einen Wagen haben möchte und viel reist, sollte zu einem hochwertigen Reisebuggy greifen – da gibt es Modelle ab 200 € mit deutlich besserer Ausstattung. Für unseren Zweck – teureren Wagen schonen, Kofferraum sparen – ist der Fill Rover genau richtig.

FAQ

Ab welchem Alter ist der Fillikid Fill Rover geeignet?

Ab 6 Monaten laut Hersteller – wenn das Kind den Kopf selbst halten kann. Wir haben ihn ab dem ersten Lebensjahr genutzt, was problemlos war.

Ist der Fill Rover handgepäcktauglich?

Gefaltet auf 75 × 53 × 31 cm passt er in die meisten Gepäckfächer eines Flugzeugs nicht rein – er ist als Aufgabegepäck oder Gate-Check konzipiert. Wer einen echten Handgepäck-Buggy braucht, muss gezielt danach suchen (Gewicht unter 5 kg, andere Faltmaße).

Kann man den Fill Rover auch im Alltag verwenden?

Ja, er ist kein reiner Urlaubs-Buggy. Als Alltags-Zweitkinderwagen für Einkäufe, kurze Ausflüge oder Stadtgänge funktioniert er gut. Für täglichen Terrain-Einsatz würden wir einen robusteren Wagen empfehlen.

Wie gut ist der UV-Schutz beim Fill Rover?

Das Verdeck hat UPF 50+ – das ist echter, zertifizierter Schutz. Wichtig: Das Verdeck schützt optimal, wenn das Kind liegt oder döst. Wenn es aufrecht sitzt, ist das Verdeck zu tief und schränkt die Sicht des Kindes stark ein.

Wo kann man den Fillikid Fill Rover kaufen?

Der Fill Rover ist bei deutschen und österreichischen Fachhändlern sowie Online-Shops erhältlich, z. B. bei Babyartikel.de oder direkt beim Hersteller Fillikid. Auf Amazon ist er aktuell nicht gelistet.

Fazit: Smarter Zweitkinderwagen für den Strand

Der Fillikid Fill Rover ist kein Premium-Buggy – und das soll er auch nicht sein. Er ist ein schicker, leichter, bezahlbarer Zweit-Kinderwagen für den Urlaub, der seinen Job am Strand und im Kofferraum sehr gut macht. Wer einen teuren Hauptkinderwagen hat und ihn schonen will, oder wer schlicht weniger Kofferraum-Volumen verschwenden will: sehr empfehlenswert. Die Einschränkungen (Verdeck-Sicht beim sitzenden Kind, keine Vorderrad-Arretierung) sind real – aber für den Urlaubs-Kontext gut lebbar.

Den Fill Rover gibt es bei spezialisierten Baby-Fachhändlern und direkt bei Fillikid – aktuell für rund 100 €.